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Kommunikative Theologie

Kommunikative Theologie versteht sich als eine spezifische „Kultur des Theologietreibens“[1], die Interdisziplinarität nicht nur reflektiert, sondern auch darstellt, indem sie einzelne Fragestellungen aus unterschiedlichen theologischen Fachdisziplinen, aber vor allem auch aus unterschiedlichen Praxisfeldern und vielfältigen kulturellen Kontexten betrachtet. Der konkreten menschlichen Erfahrung in ihren vielfältigen Facetten kommt als locus theologicus eine besondere Bedeutung zu. Im Prozess der wechselseitig-kritischen Vernetzung von biographischen, gemeinschaftsbezogenen oder kontextuell bedingten Erfahrungen mit wissenschaftlichen Perspektiven bzw. religiösen Traditionen werden theologisch relevante Erkenntnisse gewonnen. Dabei gilt dem Aufdecken von Schattenthemen und dem Wahrnehmen konfliktiver Prozesse eine besondere Aufmerksamkeit.

Die Methodologie Kommunikativer Theologie wurde über Jahre in kommunikativen und durchaus auch konfliktiven Forschungsprozessen theoretisch entfaltet. Sie hat ihre Grundlage in ganz konkreten „Werkstätten, Feldern und ‚Labors‘“[2] des Theologietreibens. Die beiden Pioniere Kommunikativer Theologie bringen dies auf den Punkt: „Gerade am Beginn standen nicht theoretische Abhandlungen über Kommunikation und Theologie, sondern lebendige Kommunikationsprozesse mit konkreten Menschen.“[3] In diesem Sinne haben die bisherigen Herausgeber der Reihe, Matthias Scharer und Bernd Jochen Hilberath, ihre eigenen (theologischen) Biographien sowie ihre Fachdisziplinen, Dogmatik und Religionspädagogik, konstruktiv und neu, hartnäckig und erfolgreich miteinander und zueinander ins Spiel gebracht. Die Kommunikative Theologie wurde in den bald 25 Jahren ihres Bestehens immer bunter und vielfältiger. Die Bände beider Reihen zeigen dies eindrucksvoll. Meilensteine der Weiterentwicklung waren und sind die vier Kongresse, die Qualifikationsarbeiten sowie einzelne intensiv bearbeitete Themen des Internationalen Forschungskreises.

Sie versteht sich als:

  1. eine besondere Sensibilität Kommunikativer Theologie für die Korrespondenz von Inhalt und Form in den verschiedenen Handlungsfeldern (Kirche, Schule, interreligiöser Dialog, akademische Praxis in Lehre und Forschung usw.);
  2. die mehrperspektivische Aufmerksamkeit in den kommunikativ-theologischen Dimensionen "Persönliche Lebens- und Glaubenserfahrung", "Gemeinschaftserfahrung", "Kontext-/Welterfahrung", "biblische Zeugnisse in deren lebendiger Vermittlung und andere religiöse Traditionen";
  3. das Eintreten Kommunikativer Theologie für vorrangige Optionen, die das Handeln in Wissenschaft, Gesellschaft und Kirche leiten;
  4. die Durchlässigkeit zwischen wissenschaftlicher Reflexion, Erfahrungs-, und Beteiligungsebene;
  5. Gebet und Feier als integrative Bestandteile kommunikativ-theologischen Handelns.

 

[1] Forschungskreis Kommunikative Theologie / Communicative Theology Research Goup, Kommunikative Theologie. Selbstvergewisserung unserer Kultur des Theologietreibens / Communicative Theology. Reflections on the Culture of Our Practice of Theology (Kommunikative Theologie – interdisziplinär / Communicative Theology – interdisciplinary Studies 1), Wien – Berlin 2007.

[2] Bernd Jochen Hilberath – Matthias Scharer, Kommunikative Theologie. Grundlagen – Erfahrungen – Klärungen (Kommunikative Theologie 15), Ostfildern 2012, 14.

[3] Ebd., 14.

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