Beim diesjährigen Dies Academicus der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz stand der Dialog zwischen Kunst und Religion im Mittelpunkt. KULTUM-Leiter Johannes Rauchenberger betonte in seiner Festrede, dass die von religiösen Vorgaben befreite Kunst neue Zugänge zur Theologie eröffnen könne – als „Einfallsschneisen des Geistes“. Kunst sei dabei nicht nur Illustration, sondern eigenständiger Raum für Wahrnehmung, Kritik und Erkenntnis. Das Künstler:innengespräch zwischen Adrian Paci (Mailand), Judith Zillich (Wien), Guillaume Bruère (Berlin) und Univ.-Prof.in Dr. Martina Bär (Graz) bestätigte dies. Gegenwartskünstler:innen, die religiöse Motive aufgreifen, setzen sich zwar mit der christlichen Bildtradition auseinander, kreieren aber neue, enigmatische Zugänge zur religiösen Motiven, die rückgekoppelt wird an die heutige Fragilität von Existenz - zu der etwa die Einsamkeit zählt. Mario Lesiak (Tenor und Laute) bereicherte das Festprogramm mit stimmgewaltiger und zugleich einfühlsam vorgetragenem Repertoire aus Renaissance und Barock, einer Zeit in der sich die Kunst noch nicht von der Kirche emanzipiert hatte. Der sehr gut besuchte Dies Academicus mit Grußworten des Bischofs Dr. Krautwaschl, des Vizerektors für Forschung Univ.-Prof. Dr. Reidl, der Dekanin Univ.-Prof.in Dr. Pyschny und der ÖH-Studierendenvertretung Jan Mooswalder war ein gelungener zweiter Festakt der Fakultät.
Presse: Grazer Theologische Fakultät: Kunst ist Ort theologischer Erkenntnis (kathpress, 20.3.2026)