Herzlich laden wir zum Gastvortrag von Dr. Matej Podstenšek im Rahmen des Seminars "Gesangbücher in Geschichte und Gegenwart mit Schwerpunkt Steiermark" ein.
Zum Inhalt
In der Steiermark erscheint bis zum Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie im Jahr 1918 eine Vielzahl von Gesangbüchern in slowenischer Sprache. Durch die besondere geographische Lage wurde die Geschichte des Landes sowohl von seiner deutschsprachigen als auch von seiner slowenischsprachigen Bevölkerung geprägt, was sich nicht zuletzt im Kirchenlied widerspiegelt. Während es auf steirischem Gebiet bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wichtige Zeugnisse für das deutschsprachige Kirchenlied gibt, ist das erste steirisch-slowenische, in Graz gedruckte Gesangbuch erst im Jahr 1729 belegt. Im Zuge des erwachenden Bewusstseins für die Eigensprachen der verschiedenen Völker innerhalb der Habsburger Monarchie gewinnen im 18. Jahrhundert auch slowenische Gesang- und Gebetbücher an Bedeutung. Zunächst handelt es sich um vom Staat angeordnete Pflichtübersetzungen, bald erscheinen zunehmend auch slowenischsprachige Gesangbücher aus eigener Initiative. Trotzdem bleiben Übertragungen von deutschsprachigen Kirchenliedern weiterhin ein wichtiger Bestandteil des slowenischen Kirchenliedguts. Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in die Geschichte des slowenischen Kirchenliedes in der Steiermark und der steirisch-slowenischen Gesangbücher.
Zur Person
Matej Podstenšek studierte Katholische Kirchenmusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Nach dem Aufbaustudium der Hymnologie am Graduiertenkolleg „Geistliches Lied und Kirchenlied interdisziplinär“ in Mainz promovierte er 2017 in Graz mit einer Arbeit über das theresianisch-josephinische Kirchenliedrepertoire und dessen Übersetzungen ins Slowenische. Am Konservatorium für Musik und Ballett in Maribor arbeitet er als Lehrer für Orgel und Musiktheorie/Gehörbildung und ist außerdem als Organist am Dom zu Maribor tätig. Zwischen 2014 und 2024 leitete er das Redaktionsteam der slowenischen Kirchenmusikzeitschrift „Cerkveni glasbenik“.